Stargazing, Taubheit, Bewegungsanomalien

Erste Beobachtungen, als Frodo hier mit 9 Monaten einzog:
° leicht linksseitiger Schiefkopf, hauptsächlich bei Aufregung
° Verdacht kaum/keine Sehfähigkeit
° kein Gehör/keine Reaktion
° "Stargazing": Kopfüberstrecknung
° Hyperaktivität und plötzliches Hinlegen
° kurzzeitige "Wegkippen" vermehrt nach Ruhephasen

Der Ta ging von einer Hirnschädigung aus, welche entweder angeboren ist oder durch Ursachen wie
Hirntrauma, Hirntumor, Stoffwechselstörungen, Hirnentzündung.
Behandlung mit Antibiotikum, kurzzeitig Cortison und Vitamin B führte zu keiner Veränderung.

       
      
 Stargazing auf Video

Beobachtungen nach einigen Monaten:
° Schiefkopf war innerhalb der ersten 2 Wochen verschwunden
° Das „stargazing“ macht er nur noch in Ausnahmefällen, z.B. wenn er in einer Transportbox sitzt. Dann
   fällt er auch oft auf den Rücken dabei.
° Ansonsten ist er weiterhin hyperaktiv und nimmt wahrscheinlich aus diesem Grunde auch nicht zu,
   könnte aber auch auf Schilddrüsenerkrankung hinweisen
° Er macht häufig Rückwärtsbewegungen und wenn man ihn auf den Rücken dreht, hat er erst mal
   vollkommen die Orientierung verloren, kann oben und unten nicht auseinander halten.
° Die letzten Monate bis zu seinem Tod hat er nochmals Cortison bekommen hat.

Obduktionsbefund:
mikrobiologischer Befund der Lunge
° hochgradig Mykoplasma pulmonis
° geringgradig coryneforme Bakterien
° geringgradig alpha-hämolysierende Streptokokken
° geringgradig koagulasenegative Staphylokokken

mikrobiologischer Befund des Schädels
° geringgradig Escherichia coli
° mittelgradig coryneforme Bakterien
° geringgradig Proteus species

Sektion
Adenom der Adenohypophyse
Lunge (trotz Mykoplasmenbefall) keine Hinweise auf Entzündungen

passend auf Frodo, evtl Erklärung zusätzlich zum Hypophysenadenom
Charakterisierung zweier Rattenmutanten mit spontanem Drehverhalten
http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/lessenicha_2002.pdf
Opisthotonus (Überstrecken des Kopfes=Stargazing), Hyperaktivität, Rückwärtsbewegungen, kann spontan oder stressinduziert auftreten.
Weiteres: Taubheit, Ataxien
Die Symptomatik wird durch einen nahezu vollständigen Verlust des
sensorischen Epithels im Innenohr sowie der umliegenden Ganglienzellen verursacht.
Funktionelle und morphologische Untersuchungen des cochleären und vestibulären Systems erwiesen eine Taubheit und Funktionsdefizite des vestibulären Systems,
sowie
morphologische Veränderungen des Innenohres und der cochleären und vestibulären Hirnstammkerne

Hyperlokomotion - Erhöhte lokomotorische Aktivität
Hyperexzitabilität - Erhöhte Schreckhaftigkeit
Opisthotonus - Überstrecken des Kopfes nach caudo-dorsal
Ataxie - Gangstörungen
Piloerektion - Aufgestelltes Haarkleid
Sniffing - Stereotypes Schnüffeln
Grooming - Stereotypes Pflegeverhalten
Gnawing - Stereotypes Kauen
Licking - Stereotypes Lecken
Rearing - Stereotypes Aufrichten
Piano playing - Stereotypes Übersetzen der Vorderpfoten zu beiden Seiten im Wechsel
Salivation - Speichelfluß