

Tierärtzliche Erstuntersuchung und Behandlung
Sofortige Tierarztvorstellung, nachdem ich ihn aus dem Tierheim geholt
habe: gründliches Abtasten und Abhorchen. Lunge war grenzwertig zu
beurteilen,
obwohl ich nichts hören konnte. Die Schwanzhautinfektion haben wir
erst während der Antibiose bemerkt.
Behandlung
° Antibiotika / Enrofloxacin (sofort 20 Tage)
° Schmerzmittel / Meloxicam (nach der Kastration für 5 Tage)
° Avena/Phosphorus (nach der Kastration für 20 Tage)
° Surolan-Salbe (nach der Kastration für die Hautinfektion)
Verlauf
Er war so gestresst mit sich selber und seiner Umwelt, dass er noch
während der Antibiose kastriert wurde. Wir hofften, dass wir ihn,
falls auch die Hormone
daran beteiligt waren, schneller aus diesem für ihn nicht
tragbaren Zustand rausbekommen würde.
Nach der Kastration, während er immer noch unter Antibiose stand,
habe ich erst die deutlicher werdende Hautinfektion an der
Schwanzwurzel bemerkt. Da ich
aber Fotos von ihm gemacht habe, als er aus dem Tierheim kam, konnte
ich erahnen, dass er auch da schon etwas hatte, nur nicht so
ausgeprägt.
Die Wundinfektion sah nach einer typischer Pilzinfektion (kreisrund,
Rand aussen dunkler) aus und wurde mit Surolan-Salbe behandelt. Nachdem
die
Salbenbehandlung zwar eine Verbesserung zeigte, aber ohne Salbe sofort
wieder eine Verschlechterung, haben wir uns für ein systemisches
Pilzmittel entschieden,
da wir davon ausgegangen sind, dass sein (gestresstes) Immunsystem
evtl. nicht alleine damit fertig wurde.
Zusätzlich wurde sein immer noch sehr kleiner Kot untersucht.
° Antimykotikum / ltraconazol
° Kotuntersuchung
Auch dies schien hier nicht
zu helfen. Die Pilzinfektion war auch nur eine Verdachtsdiagnose bzw.
die
Hautinfektion schien wieder schlimmer zu werden.
Er bekam für den Juckreiz nun
eine cortisonhaltige-(Betamethason) Salbe und danach verschlechtere
sich sein
Befinden:
° sein Urin hatte schon immer merwürdig gerochen, wurde
zwischendurch beim TA mit einem Teststäbchen kontrolliert (aber
leider nur bestimmte Felder, war
keine Glukose dabei), jedoch roch der Urin jetzt sehr
stark faulig (und mit faulig meine ich faulig).
° er setzte beim Laufen immer häufiger seinen
Hinterkörper auf
° wirkte vom Kopf her müder
° ein paar Tage später war er nicht mehr so "laufsicher"
Den Urin (Balios freut sich immer so, mich zu sehen ;-) ) konnte ich
(leider nur auf meiner Haut) mit Teststäbchen kontrollieren. Es
war nie genügend
vorhanden, s.d. ich mich für bestimmte Felder entscheiden
mußte, wie Blut (leider wieder keine Glukose). Aber einer
Überprüfung des Urins sollte dieser
immer steril gewonnen sein, da es auch falsch-positive Befunde sonst
geben kann. Dies war mir Zuhause aber nicht möglich, so habe ich
einen Vergleichstest
gemacht: meine Haut (im gleichen Zustand) mit Wasser benetzt und auf
Blut getestet.
Urin von Balios: Blut positiv (max. Wert)
Wasser auf Haut: Blut negativ
Dies ist zwar immer noch keine gesicherte Aussage, aber ein
möglicher Hinweis, weshalb ich wieder einmal Balios beim TA
vorstellte:
Tierärtzliche
Untersuchung
Röntgenbild
Blutuntersuchung auf 6 Werte
Urinuntersuchung
Blut:
Harnstoff 28,8 mg/dl (Normwert 15-21 mg/dl)
Kreatinin <0,5 mg/dl (Normwert 0,2-0,8 mg/dl)
GPT 601
U/l
(Normwert 17,5-30 U/l)
Bilirubin <0,5 mg/dl (Normwert
0,2-0,5 mg/dl)
Glukose 469
mg/dl (Normwerte ohne
Stresseinflüsse bis 135 mg/dl, ansonsten siehe weiter unten)
Hämoglobin 17,1 mg/dl (Normwert 11-18,9 g/dl)
Urin:
Glukose positiv (max.Wert)
Blut positiv (max. Wert)
1. Die beiden wichtigen Kontrollwerte Harnstoff und Kreatinin für die Nierenfunktion sind unauffällig.
2. Dafür ist der Blutzucker sehr stark erhöht.
Ein hoher Blutzuckerspiegel führt zu häufigen Infektionen
(Abszesse, Furunkel, Pilzinfektionen).
Langfristig schädigt der erhöhte Blutzucker verschiedene
Organe (Netzhaut des Auges, Niere, Nerven,
Beindurchblutungsstörungen).
Dieser Zuckerwert würde einiges erklären, jedoch wissen wir
jetzt nicht, ob es sich hier wirklich um einen "echten" erhöhten
Blutzucker handelt,
denn hoher Blutzucker kann z.B. in
Stresssituationen auch ohne Diabetes auftreten. Unter Stresssituationen wie schweren
Infektion, Verletzung, Operation
starke Schmerzen oder anderen
Belastungen (wie z.B. beim Tierarzt) kann der Blutzuckerspiegel
beträchtlich erhöht sein. Unter solchen Umständen darf
man den Blutzuckerwert nicht zur Diagnose eines Diabetes heranziehen.
Viele Medikamente können den
Blutzucker erhöhen. Eher selten wird durch Medikamente ein
Diabetes wirklich
verursacht. Es kann aber ein bisher noch
nicht auffällig gewordener Diabetes durch das Medikament zu Tage treten. Zu den in Frage kommenden
Medikamenten gehören z.B. manche Blutdruckmittel,
manche harntreibenden
Substanzen (Diuretika), Hormone und hormonähnliche Medikamente (z.B. Cortison),
Beta-Sympathomimetika (Asthmamittel,).
http://www.med4you.at/laborbefunde/
Normalwerte
Blutzucker:
° "Plasmaglukosespiegel = ~130 mg/dl
° VAN ZUPHTEN: Bei der
Ratte
besitzen die Standardwerte eine sehr große Schwankungsbeite zw.
134-219 mg/dl,
da der Wert
unter
Streßbedingungen auf der 2fache
des Normalwertes steigen kann.
° SHARP: faß den
Normbereich
mit 80-300 mg/dl
noch weiter, ebenfalls mit dem
Zusatz, dass die Werte in Abhängigkeit von der
Blutentnahmemethode zw. den
Labors
deutlich variieren können.
3. Der wichtige Kontrollwert GPT für die Leberfunktion ist
stark erhöht.
Zu hohe Werte können ihre Ursache z.B. in Erkrankungen der Leber,
der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse
haben.
Das Enzym kommt vorwiegend in der Leber, im Herz und im Muskel vor. Man
bestimmt die Aktivität dieser Enzyme im Blut, um Schädigungen
der Leber
zu erkennen und zu beobachten Extreme Erhöhungen kommen z.B. bei
akuter Leberentzündung vor, können aber auch bei Vergiftungen
und Blutunterversorgung
der Leber vorkommen.
Da wir zwar nun erste Hinweise haben, aber die nicht eindeutig auf
eine Ursache hinweisen, warten wir 2-3 Tage ab, in denen er nur ein
homöop. Mittel zur
Leberentgiftung bekommt und sonst keine weiteren Medikamente, auch kein
Insulin, da wir eben den hohen Blutzucker noch nicht zuordnen
können, ob er nicht
von z.B. der cortisonhaltigen Salbe kommt. Wenn der Wert nach dieser
Frist immer noch erhöht ist, muß mit Insulin behandelt
werden, um Folgeschäden, wenn
diese nicht schon vorhanden sind, zu vermindern.
Mit anderen Worten, wir wissen nicht wirklich, wo momentan die Ursache
oder Ursachen liegen. Es könnte tatsächlich eine
Zuckererkrankung die ganze Zeit
vorhanden gewesen sein, es könnte aber auch eine Lebererkrankungen
bestehen....aber beides wäre eben auch durch die Medikamente zu
erklären.
weiterer Verlauf bzw.
Beobachtungen nach der Blutuntersuchung
Bestimmung des Urinzuckers mit Teststäbchen (wieder Urin
auf der
Haut und als Vergleich Wasser auf der Haut).
1.Tag: 1000mg/dl morgens, mittags und abends - Blut
jedesmal positiv
normalerweise würde ich hier auf eine
Insulinbehandlung bestehen, wenn Balios im Kopf nicht klarer geworden
wäre; dies war aber der Fall
2.Tag: 1000mg/dl morgens + mittags, 300-1000mg/dl abends
- Blut jedesmal positiv
3.Tag: keine Urinzucker morgens und mittag nachweisbar -
Blut aber immer noch positiv
Blutzucker beim TA (Punktion der Schwanzwurzel) = 161 mg/dl
FAZIT: hier war
die cortisonhaltige Salbe der Auslöser der hohen Zuckerwerten !
(siehe Faramir und Voren)
oberer Pfeil = Glucose / unterer Pfeil = Blut
Nun warten wir ab, ob sich die Leberwerte auch normalisieren.
Woher das Blut (Urin aber immer klar) kommt, ist bisher ungeklärt.
Zusätzlich bekommt er Zylexis (Immunmodulator - Ovines
Parapoxvirus), um sein Immunsystem zu unterstützen.
Und hier kann man ihn sehen, wie es ihm 1 Tag nach Normalisierung des
Zuckerwertes geht :-) Video
Für seine Kotansammlung (laut Röntgenbefund) bekommt er
nun einige Tage
Paraffinöl, was auch sofortige Wirkung zeigt .

normale Größe
Jedoch war nach Absetzen vom Paraffinöl die Menge
seines Kotabsatzes wieder vermindert und der Kot sehr klein und trocken.
Paraffinöl wollte ich nicht als Dauertherapie geben und er bekam 5
Tage MCP-Tropfen (Wirkstoff Metoclopramid; Metoclopramid
ist bei Magenentleerungsstörungen wirksam). MCP haben sehr gut
geholfen, der ganze Stoffwechsel von Balios schien in Gang zu
kommen. MCP sollte man nicht länger geben (Nebenwirkungen bei
Tieren) und auch hier verschlechterte sich sofort sein Kotabsatz.
MCP mußte weiter gegeben werden.
Sein ganzer Verlauf sah einer myotonen Muskeldystrophie
ähnlich, eine Multisystemerkrankung, die Muskulatur, Gehirn, Herz,
Augen,
Gastrointestinaltrakt und endokrine Organe betreffen kann.
Ich habe mir Informationen von einer Freundin über seine
Brüder geholt, die sie aus dem TH (aber viel früher) geholt
hatte.
Mit Entsetzen habe ich gehört, dass 4 von 4 gestorben waren, dass
alle ebenfalls dieses Gestresstsein" haben, und sie u.A.
Lungentumore,
Atemwegserkrankungen und neurologische Störungen hatten.
Obduktion
° Fibrose der Herzmuskulatur, besonders linke Kammerwand und Septum
° Gefügedissoziation im Myokard
° Kongestion in Meningen und Gehirn
° Gefäßwandverkalkungen u.a. in Lungenarterien
° Leberverfettung (wahrscheinlich Ernährungsbedingt)
° bakterielle, eitrige Bronchitis