Bei der
Sektion wurde bei gutem Pflegezustand des Tieres ein guter
Ernährungszustand festgestellt.
Der Tierkörper
befand sich im Zustand fortgeschrittener Autolyse (obwohl er per Express gleich am
nächsten Tag im Labor ankam) und Fäulnis. Im Herzen fanden sich
eine hochgradig, akute Dilatation des
rechten Vorhofes, eine
geringgradige, akute Dilatation des rechten Ventrikels und
geringgradige Ausfällungen
von Tötungsmittel
in der lonken Kammer. Die hochgradig akut hyperämische Lunge wies
neben einem
geringgradigen, akuten,
diffusen, alveolären Ödem, rechten Spitzenlappen dorsal eine
ca. 1mm große,
rundliche, weiße-
und am linken Hauptlappen ventral eine ca. 3mm grße, rundliche,
weiße
Umfangsvermehrung auf.
Die Bauchhöhle
zeigte eine hochgradige, akute, kranioventral akzentuierte,
generalisierte, fibrinopurulente
Peritonitis mit
flächenhaften Fibrinauflagerungen auf dem Diaphragma, der Milz und
der Leber.
Die Milz wies
außerdem eine mittelgradige Splenomegalie mit einer
mittelgradigen, akuten, diffusen
Hyperämie auf, die
Leber eine mittelgradige, akute, zentrolobulär akzentuierte
Hyperämie bei geringgradig
brüchiger
Konsistenz.
Die Lymphonodi hepatici
waren hochgradig vergrößert in Form von drei jeweils ca.
3*2*2cm großen
Gebilden. Sie wiesen
perifokal multiple, hocgradige, akute Fettgewebsnekrosen auf, ihre
Schnittfläche war
hellbraun mit Verdacht
auf multiple, geringgradige, akute Blutungen.
Das hochgradig
vergrößerte Pankreas zeigte neben einer hochgradigen,
akuten, fibrinopurulenten
Peripankreatitis
multifokal hochgradige, akute Fettgewebsnekrosen und einen Verlust der
Läppchenzeichnung.
Der Darminhalt war
geringgradig verflüssigt mit pastösem Enddarminhalt.
Die
Ileozäkallymphknoten waren hochgradig vergrößert in
Form von zwei ca. 2,5*2*2cm und ca. 4*1*1cm
großen Gebilden
derselben Qualität wie die Lymphonodi hepatici. Mit diesen waren
sie auch untrennbar
verbunden.
Bei der
pathologisch-histologischen Untersuchung wurden in der Haut des rechten
Karpus fokal eine
mittelgradige,
chronische, dermale Fibrose und -adnexale Atrophie diagnostiziert.
Die Bauchwand wies in
der Nabelgegend einen infiltrativ wachsenden Rundzellentumor auf
(diesen haben wir monatelang abtasten können, nie wäre meine
TÄ auf die Idee gekommen, dass da ein
Tumor durch die Bauchwand gewachsen ist).
In der
hyperämischen und ödematisierten Lunge stellte sich die
kleinere Umfangsvermehrung als fokales
Adenokarzinom dar, die
größere als fokale, mittelgradige, eitri-nekrotisierende
Herdpneumonie mit
Nachweis von Pilzhyphen
und Riesenzellen.
Des Weiteren fand sich
fokal ein Infiltrat eines Rundzelltumors mit fokaler,
perbronchiolärer, mittelgradiger
Infiltration von
Lymphozyten in der Umgebung der Tumorzellen.
In der Bauchhöhle
wies das große Netz multiple Knötchen eines Rundzelltumors
auf, die Lymphonodi
lumbales aortici waren
durch einen Rundzelltumor vollständig umgebaut.
Die Milz zeigte
über die makroskopischen Befunde hinaus eine mittelgradige,
extramedulläre Hämatopoese
sowie multifokal
Knötchen eines Rundzelltumors, die Leber eine geringgradige,
diffuse, großtropfige
Verfettung sowie an der
Leberpforte eine Infiltration mit Rundzelltumorzellen.
Das Pankreas war
vollständig durch einen Rundzelltumor umgebaut, in mehreren
Lokalisationen war kein
originäres Gewebe
mehr nachweisbar.
Die
vergrößerten Leber- und Darmlymphknoten waren
vollständig durch einen Rundzelltumor umgebaut. Im
ileozäkalen Winkel
infiltrierte dieser Tumor multifokal in die äußeren
Wandschichten des Ileum, Zäkum und
Kolon, ohne jedoch bis
in das Darmlumen durchzubrechen.
Bauch- und
Ohrmuschelhaut, Skelettmuskulatur in mehreren Lokalisationen,
Sternalmark, Myokard, Nieren,
Magen, Dünn- und
Dickdarm in makroskopisch unveränderten Segmenten, Gehirn in
mehreren
repräsentativen
Lokalisationen, Rückenmark und Nebennieren waren, soweit aufgrund
von fortschreitende
Autolyse und
Fäulnis beurteilbar, ohne besonderen pathologischen Befund.
Mikrobiologischer
Untersuchungsbefund:
° Lunge: Die
kulturelle Untersuchung auf Mykoplasmen konnte nicht ausgewertet
werden, da andere, aus
dem
Untersuchungmaterial stammende Bakterienarten die Nährböden
vollständig überwucherten. Evtl.
vorhandene
Mykoplasmen waren dadurch dem kulturellen Nachweis entzogen.
° Lunge: kulturell
geringgradig Escherichia coli, anhämolysierende Streptokokken
(Resistenztest in der
Anlage),
alpha- hämolysierende Streptokokken und Enterococcus species;
° Pankreas:
hochgradig anhämolysierende Streptokokken (kulturell-biochemisch
nicht näher zu bestimmen,
Resistenztest in der Anlage) sowie geringgradig Escherichia coli und
Hafnia alvei;
Beurteilung:
Die
Hauptkrankheitsursache des euthanasierten Tieres bestand in einem
Rundzelltumor, vermutlich einem
Lymphosarkom, mit
Primärsitz in den Lymphknoten der Bauchhöhle (Lymphonodi
hepatici, Lymphonodi
ilocaecales, Lymphonodi
lumbales aortici) und Metastasierung in zahlreiche Organe (Bauchwand in
der
Nabelgegend,
großes Netz, Milz, Leber, Pankreas, Darmwand, Lunge),
insbesondere auch in das
benachbarte Pankreas.
Die Metastasierung erfolgte wahrscheinlich sowohl intravasal über
Blut- und
Lymphgefäße
als auch durch Abklatsch. Im Zuge der vollständigen,
tumorösen Umbauprozesse im Pankreas
kam es wahrscheinlich
zum Austritt von Verdauungsenzymen in die Bauchhöhle und in der
Folge zu den
ausgedehnten
Fettgewebsnekrosen und der generalisierten, fibrinopurulenten
Peritonitis.
Zusätzlich fanden
sich in der Lunge ein solitäres Adenokarzinom sowie eine fokale,
mykotische Pneumonie.
Die vorberichtlich
erwünschte Untersuchung auf Mykoplasmen misslang. Den Keimgehalten
in der Lunge
und Pankreas kommt
aufgrund der fortschreitenden Autolyse und Fäulnis des
Tierkörpers wahrscheinlich
keine Relevanz zu.
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