Verdachtsdiagnose: Bandscheibenvorfall im Brustwirbelbereich, Nebenbefund Veränderungen der Kniegelenke

Charlie
erste Auffälligkeiten im Alter von 15-18 Monaten: kaum zu bemerken waren nach dem Aufstehen kurzfristiges steifes Laufen mit den Hinterbeinen; 
auch die Position der Beine beim Ausruhen sah wie eine Schonhaltung aus, er legt sich immer auf die Seite, entlastete seine Hinterbeine dabei.
Dies kann einfach typisch für den Ratz sein, dass er gerne so liegt oder eben auch auf etwas hindeuten.
Es waren Kleinigkeiten oder eher ein Bauchgefühl, dass er "etwas" hatte. Jedoch konnte der TA am Anfang nichts feststellen.
Dann wurde es deutlicher: seine Rückenmuskulatur war komplett verspannt und er hatte aufgrund dessen sichtbares Unwohlsein.
Weitere sichtbare Haltungs- und Verhaltensänderungen
° Lecken des Unterbauches und/oder der Flanke
° Strecken des Körpers (so wie ein Hohlkreuz)
° Quieken, wenn sich ein Rudelmitglied seinem Rückenbereich näherte
° stärker werdende Gereiztheit gegenüber seinen Rudelmitgliedern
° auffälliges Kopfschütteln, wenn ich ihn dort berührte

seine "Schonhaltung"

Tierärtzliche Untersuchung und Behandlung
Der Rattenbock wurde geröngt.

Behandlung
° 2-3 Akupunktursitzungen


° anfangs Schmerzmittel,  Muskelrelaxans
° nach Bedarf Cortison (dann mit Aussetzen vom Schmerzmittel)
° Dauertherapie mit Glucosamin-Sulfat

Schmerzen und Verspannungen im Bewegungsapparat stehen in einer Wechselbeziehung zueinander, das eine kann das andere nach sich ziehen.
Es schmerzt an einer Stelle oder in einem größeren Bereich; oftmals scheint der ganze Körper weh zu tun. Die Beweglichkeit kann eingeschränkt sein, die
Muskelkraft nachlassen. Es kann zu Kopf- und Bauchschmerzen kommen. Die Halte- und Stützarbeit der Wirbelsäule wird durch das Zusammenspiel
verschiedener Strukturen gewährleistet. Funktioniert ein Teil nicht reibungslos, können auch andere Elemente, vor allem die Muskulatur, in Mitleidenschaft
gezogen werden. Da darüber hinaus das psychische Befinden die Muskelaktivität erheblich beeinflusst, können beispielsweise Stress, Angst und psychische
Belastungen den Spannungszustand der Muskulatur erhöhen. Am Beginn von Kreuz- und Rückenschmerzen stehen in aller Regel Verschleißerscheinungen,
vor allem solche der Bandscheiben. Können sie sich nicht ausreichend oft und lange erholen, verlieren sie an Elastizität und flachen ab. Die veränderten
Größenverhältnisse beeinträchtigen das Gefüge der Wirbelsäule. Die Rückenmuskulatur versucht, das auszugleichen und die Wirbelsäule wieder zu stabilisieren.
Das überlastet die Muskeln, sie verspannen sich und tun weh. Lang anhaltende Muskelschmerzen führen wiederum zu Muskelverspannungen. Bei einer
Anspannung, die lange anhält oder besonders stark ist, ist die Durchblutung der Muskeln vermindert. Durch den Sauerstoffmangel entstehen Stoffwechselprodukte, die den Schmerz verstärken können.
www.stiftung-warentest.de

Charlie hat sehr schnell und gut auf das Muskelrelaxans reagiert, seine Rückenmuskulatur war entspannt und nicht mehr berühungsempfindlich.
Beim Schmerzmittel sind wir aktuell noch am Testen, welches am besten bei ihm wirkt, möglichste ohne Nebenwirkungen und mit niedriger Dosierung.
Es gibt speziellere Schmerzmittel, die für Entzündungshemmung und Schmerzbekämpfung bei akuten Erkrankungen bzw. akuten Schüben chronischer
Erkrankungen des Bewegungsapparates entwickelt wurden.

Wie der weitere Verlauf im schlimmsten Fall aussehen könnte:
durch fortschreitende Schädigung der Nervenwurzeln kommt es zur starken Behinderung, muß aber nicht zu einer vollständigen Querschnittslähmung kommen.
Die neurologischen Störungen können auch zu Blasen und Darmentleerungsproblemen führen. (hoffe ich aber nicht)

Anfangs bekam er Schmerzmittel und Muskelrelaxans...dann wurde nur noch nach Bedarf eine Stossthreapie mit Cortison gemacht, ca. 1* monatlich für 2
Tage.  Er wirkt wieder völlig normal und springt und tobt und dies bis zu seinem Tod.

 Video mit 22 Monaten


Häufig bestehen diese Kristallablagerungen, ohne daß man es merkt. Man sieht die Chondrokalzinose dann als Zufallsbefund auf einer Röntgenaufnahme.
Wenn die Kristalle durch verschiedene Umstände oder Auslöser in den freien Gelenkraum, in Schleimbeutel oder ein anderes reaktionsbereites Gewebe gelangen,
kommt es zu Beschwerden:
° Pseudogicht. Sie betrifft in der Regel ein einziges Gelenk, meistens das Kniegelenk. Sie äußert sich wie ein akuter Gichtanfall .
° Pseudo-Arthrose. Sie betrifft entweder ein einziges Gelenk, meistens das Kniegelenk oder mehrere Gelenke, dann vor allem die Handgelenke und die
  Fingergelenke. Sie ähnelt vom Beschwerdebild einer Arthrose bzw. einer Polyarthrose.
http://www.rheuma-online.de/a-z/a-z88.html

aus dem Net:
Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) - Diskopathie
Diskopathie bedeutet Bandscheibenschaden und ist ein Sammelbegriff für Veränderungen in der Bandscheibe, die vor allem durch Gewebealterung zustande
kommen und zu Bandscheibenvorfällen führen können. Bandscheibenvorfälle treten hauptsächlich im Bereich der Halswirbelsäule und am Übergang der Brust-
zur Lendenwirbelsäule auf. Die vorgefallene Bandscheibe drückt auf das Rückenmark, starke Schmerzen, Lähmungserscheinungen der Vorder- und Hintergliedmaße
bis hin zur vollständigen Lähmung sind die Folge. Je nachdem, welche Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, ist auch der Harnabsatz durch eine Blasenlähmung
gestört.

Gelenkentzündung - Arthritis
Als Arthritis bezeichnet man durch bakterielle Infektionen oder immunologische Vorgänge (z.B. rheumatoide Arthritis) verursachte entzündliche Gelenkerkrankungen.
Klinisch zeigt sich ein vermehrt warmes, geschwollenes und extrem schmerzhaftes Gelenk. Erkranken gleichzeitig mehrere Gelenke spricht man von einer Polyarthritis.
Nicht selten ist auch das Allgemeinbefinden des Tiers empfindlich gestört (Fieber, Appetitlosigkeit, Lahmheit und Bewegungseinschränkung). Selbst wenn die
Infektion abgeklungen ist, kann der Schmerz aufgrund ausgedehnter Zerstörung der Gelenkflächen andauern.

Chronische bzw. degenerative Gelenkerkrankungen - Arthrosen
Sie beginnen mit einer Verletzungen im Gelenkknorpelbereich. Ursache solcher Knorpelschäden können z.B. traumatische Verletzungen (Zerrung, Verstauchung),
Wachstumsstörungen (OCD), die Folgen anatomischer Fehlstellungen, übermäßiger Verschleiß bei alten oder übergewichtigen Tieren oder die Folge bakterieller
Infektionen sein. In jedem Fall kommt es zu einer Reihe von Veränderungen: Der geschädigte Knorpel provoziert eine Entzündung der Synovialmembran, die
Membran schwillt stark an und sezerniert vermehrt Synovia (Reizerguss). Dies und eine gleichzeitige Entzündung der Gelenkkapsel führen zur Schwellung und
verstärkten Durchblutung des Gelenks. Die Entzündungssymptome Rötung, Schwellung, Schmerz und Funktionsstörung des Gelenks (Lahmheit) werden sichtbar.
Im Anschluss daran kommt es zu einer fasrigen Verdickung der Gelenkkapsel, zur Ausbildung so genannter "Osteophyten" (Zubildungen am Knochen) und zur
irreversiblen Gelenkknorpeldegeneration. Eine chronische Gelenkerkrankung - die Arthrose - ist entstanden.
http://www.canosan.de/do/de/Eingangsseite_GesundheitPflege.asp

D-Glucosaminsulfat ist das Schwefelsäuresalz des Aminozuckers Glucosamin.
In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, daß D-Glucosamin die Viskosität von Synovia, die Sekretion von Mucopolysacchariden durch Fibroblasten, das
Wachstum fötaler Knochenanlagen und den Einbau von Prolin und Sulfat in Knorpelexplantate zu steigern vermag.
Tierexperimentelle Untersuchungen zeigten, daß parenteral appliziertes D-Glucosaminsulfat Knorpelzellveränderungen, die bei der Ratte durch Dexamethason
erreicht worden waren, vermindern kann. Dies zeigt die Beeinflußbarkeit stoffwechselbedingter Chondrozytenveränderungen durch D-Glucosaminsulfat.
Oral appliziertes D-Glucosaminsulfat ist effektiv beim Carrageenin-, Dextran- und Formalin-induzierten Rattenpfotenödem und in subakuten und subchronischen
Entzündungsmodellen. D-Glucosaminsulfat wirkt antiphlogistisch, ohne die Prostaglandinsynthese zu beeinflussen. Klinisch wird dadurch bei leichter bis
mittelschwerer Gonarthrose schon nach 4wöchiger Behandlungsdauer eine Wirksamkeit erreicht, die der von nichtsteroidalen Antirheumatika vergleichbar ist,
bei entschieden besserer Verträglichkeit.
Mit zunehmendem Alter verliert der Organismus die Fähigkeit, Chondroitinsulfat, bzw. Glucosaminsulfat aus der Nahrung aufzunehmen. Dazu kommt noch,
dass unsere moderne Ernährungsweise meist keine Nahrungsmittel anbietet, die Chondroitinsulfat enthalten. Knorpel und Bindewebsteile sind bei den wenigsten
Menschen heutzutage auf dem Speiseplan.  Als unmittelbare Folge eines aus diesen Umständen resultierenden Mangels wird die an sich zähflüssige Gelenkschmiere
dünn und wässrig und auch die Knorpel der Gelenkkapseln schrumpfen und werden spröde. Dies kann eine Erosion der Knorpelschichten verursachen,
was zu Entzündungen der Gelenke, zu Schwellungen, Steifigkeit und Schmerzen führt.