Verhaltensänderung, Ataxie usw
Alter & Herkunft der Ratte: ~6 Monate altes Rattenweibchen aus Tierheim

Euphoria
zeitlicher Verlauf: 
ab 27.8., ca. 2 Monate vor der Einschläferung, fiel mir eine Wesensänderung auf
° Hyperaktivität & Euphorieanfälle, z.T. verbunden mit stressbedingter Inkontinenz
° extreme, übertriebene Schreckhaftigkeit
° gestörtes Empfinden für Gefahren
ab 2.9. Veränderung im Laufverhalten: Hinterteil war "erhöht"
ab 11.9. erste Andeutung einer einseitigen "Schwäche" im linken Hinterbein
ab 13.9. deutlich erkennbare einseitige "Schwäche" im linken Hinterbein
ab 18.9. hörbares Schlurfen beim Gehen *tipp-schlurf-tipp-schlurf*
              und linksseitiger roter Nasenausfluss
ab 2.10. erste Andeutung einer einseitigen "Schwäche"nun auch im linken Vorderbein (läßt z.B. Futter links fallen)
ab 3.10. deutlich erkennbare einseitige "Schwäche" der kompletten linken Seite, vor allem im Ruhezustand sichtbar (wie Putzen, Fressen)
Einschläferung 4.10. :-(

beim Fressen am 26.9.                                                                                                         beim Fressen am 26.9.


                                          beim Fressen am 4.10.

Hier auf dem Video, Oktober aufgenommen, sieht man die "Schwäche" in Ruhezuständen, beim Putzen kippt sie um und beim Fressen muß sie sich
anlehnen, jedoch bei schnellen Bewegungen kann sie ihr Gleichgewicht noch halten.
Video

Sie wurde schon sehr früh (August wegen Wesensveränderung und Anfang Sep. wegen dem Hinterbein) beim Tierarzt vorgestellt.
Jedoch war dort nie etwas erkennbar, denn Euphoria konnte bei schnellen Bewegungsabläufen die "Schwäche" kompensieren.
IhrBewusstsein war hier  (im Gegensatz zu differentialdiagnostisch relevanten, entzündlichen Prozessen wie Enzephalitis, Meningitis)  ungestört und sie
schien Schmerz frei zu sein.
Anfangs stoppte die Kortisontherapie die weitere Verschlechterung, dann jedoch leider nicht mehr.

Obduktionsbefund:
Befund:
Bei der histologischen Untersuchung wurde im Stammhirn ein infiltrativ wachsendes, malignes Blastom mit zahlreichen Mitosen festgestellt.
Zudem wurde eine hochgradige, eitrig-nekrotisierende Otitis media gefunden (hier war ihr nichts anzumerken).
Des weiteren waren eine mittelgradige multifokale nekrotisierende Hepatitis und eine mittelgradige, lymphplasmazelluläre Rhinitis
(der rote einseitige Nasenausfluss) erkennbar.
Das Knochenmark in den Wirbelkörpern war hämatopoetisch aktiv in allen drei Zellreihen.
Lunge und Niere wiesen keine über den makroskopischen Untersuchungsbefund hinausgehend, morphologischen Veränderungen auf.
Haut, Muskulatur, Rückenmark, Nervi ischiadici, rechter Plexus brachialis, Herz, Milz, Pankreas, Magen sowie dünn- und Dickdarm waren ohne
signifikante pathomorphologische Veränderungen.

Mikrobiologischer Untersuchungsbefund:
Im Ohrtupfer wurde ein geringgradiger Keimgehalt an Mycoplasma pulmonis festgestellt. In der Lunge war ein hochgradiger Keimgehalt an Begleitflora
 feststellbar, kulturell war der Mycoplasma-Nachweis nicht möglich.

Weitere Untersuchungsbefunde:
Die Nachweise von saurem Gliafaserprpteon (GFAP), CNPase, Cytokeratin, Desmin und spezifische Oberflächenmarkern von B- und T-Lymphozyten im Tumorgewebe mittels Immunhistologie verlief negativ.

Beurteilung:
Als Erkrankungursache wurde ein mäßig differenziertes, malignes Blastom im Stammhirn gefunden.
Zudem wurde eine hochgradige, eitrig-nekrotisierende Otitis media gefunden.
Des Weiteren lagen eine mittelgradige nekrotisierende Hepatitis und eine mittelgradige, nicht-eitrige Rhinitis vor.
Als Ursache der Otitis media wurde Mycoplasma pulmonis festgestellt.
Die Ursache der Rhintitis und Hepatitis bleiben unklar, in Anbetracht der tumorösen und infektiösen Veränderungen sind diese Alterationen als Nebenbefunde
zu werten.